Krankenseelsorge

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Wenn Kranke und Ältere nicht mehr „zur Kirche“ kommen können, kommt „die Kirche“ gern zu ihnen: Ein Priester, Diakon oder Kommunionhelfer besucht einmal monatlich – oder nach besonderer Absprache – kranke und alte Gemeindemitglieder und bringt ihnen die heilige Kommunion. Das Bußsakrament und die Krankensalbung werden von den Priestern angeboten. Auch sonntags nach dem Gottesdienst am Morgen bringen gerne auf Wunsch Kommunionhelfer/innen die heilige Kommunion den Kranken ins Haus.

Mindestens einmal im Jahr, z.B. in St. Wilhelm am Pfingstmontag, oder in den anderen Gemeinden im Rahmen einer Vorabendmesse, können Gemeindemitglieder, die sich ernsthaft krank und gebrechlich fühlen, die Krankensalbung innerhalb der heiligen Messe empfangen. Z.B. der Welttag der Kranken, der Festtag Unserer Lieben Frau in Lourdes (11. Februar) oder das Fest der Hl. Ärzte Cosmas und Damian (26. September) erinnern an das Sakrament der Krankensalbung. Eingeladen sind Menschen, die akut oder chronisch und die organisch oder psychisch krank sind. Angesprochen fühlen dürfen sich also Menschen, die z.B. ein Krebsleiden haben, einen Herzinfarkt hatten, an einer Depression leiden oder sich einfach sehr krank fühlen. Auch vor einer planbaren Operation kann der Krankensegen durch einen Seelsorger, ein Besuch der Hl. Messe und der Empfang der Krankensalbung als stützend und stärkend erfahren werden.

Zum Nachdenken:

Das Wort der Bibel: retten – aufrichten – stärken:

„Ist einer von euch krank? Dann rufe er die Ältesten der Gemeinde zu sich; sie sollen Gebete über ihn sprechen und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben. Das gläubige Gebet wird den Kranken retten und der Herr wird ihn aufrichten; wenn er Sünden begangen hat, werden sie ihm vergeben (Jakobusbrief 5, 14 f.).

Trost
Tröste dich, die Stunden eilen,
Und was all dich drücken mag.
Auch das Schlimmste kann nicht weilen,
Und es kommt ein andrer Tag.

In dem ew`gen Kommen, Schwinden,
Wie der Schmerz liegt auch das Glück,
Und auch heitre Bilder finden
Ihren Weg zu dir zurück.

Harre, hoffe. Nicht vergebens
Zählest du der Stunden Schlag:
Wechsel ist das Los des Lebens,
Und – es kommt ein andrer Tag.

(Theodor Fontane, zit. nach Themenhefte Gemeinde: „Krankenseelsorge“, 2/2011, S.  21)

Das Sakrament der Krankensalbung ist ein Sakrament der Heilung und Stärkung, das die Lebenskräfte in uns wieder neu wecken kann. In der Verbindung mit Jesus Christus macht es wieder Freude zu leben, die Aufgaben des Alltags anzupacken und die Augen für die Menschen um uns zu öffnen. Es gilt allgemein die heilende Seelsorge in unserer Pastoral neu zu entdecken. Die Krankensalbung wird leider immer noch von vielen ausschließlich als „Letzte Ölung“ missverstanden und darum gemieden. Zu Unrecht! Denn in diesem Sakrament begegnet der/die Kranke dem heilenden Herrn Jesus Christus, der aufrichtet und stärkt.

Aber natürlich gehören auch das Sterben und der Tod zu unserem Leben. Auch diese letzte Phase des Lebens ins seelsorglich gestaltbar. Gerne kommt der Seelsorger oder die Seelsorgerin ins Krankenhaus, ins Hospiz oder auf die Intensivstation um dem schwer Kranken und den Angehörigen beizustehen.

Pfarrer P. Hans-Joachim Winkens SAC