Bußsakrament (Beichte)

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Das Bußsakrament wird auch Sakrament der Versöhnung oder Sakrament der Vergebung oder Sakrament der Umkehr oder auch Beichte genannt. Es ist nicht modern zu beichten; es ist vielleicht schwierig und kostet anfangs große Überwindung. Aber es ist eine der größten Gnaden, dass wir in unserem Leben immer wieder neu anfangen dürfen – wirklich neu: völlig unbelastet und ohne die Hypotheken von gestern, angenommen in Liebe und versehen mit neuer Kraft. Gott ist barmherzig, und er wünscht sich nichts sehnlicher, als dass wir seine Barmherzigkeit auch in Anspruch nehmen.

Jugendkatechismus YOUCAT

Früher war es für viele Menschen selbstverständlich, regelmäßig zur Beichte zu gehen, das Bußsakrament zu empfangen. Sie haben dazu dem Priester im Beichtstuhl ihre Sünden gebeichtet und sind vom Priester im Namen Gottes von ihren Sünden losgesprochen worden. Dabei wurden Erfahrungen gemacht, die von Zwang über „Das gehörte halt dazu“ bis hin zu dem Gefühl der Befreiung reichten.

Vielen, vor allem jüngeren Menschen, ist dieses Sakrament fremd geworden. Sie gehen nicht mehr beichten, sie können mit dieser Form der Versöhnung mit Gott nichts mehr anfangen. Es ist ja auch gar nicht so einfach, einem anderen seine Sünden zu beichten. Andererseits: Sünde macht einsam. Aussprechen erleichtert, stiftet Gemeinschaft.

Vielleicht hilft folgendes Bild (gefunden in missio konkret 4/2013) dabei, einen neuen Zugang zur Versöhnung mit Gott zu bekommen:

In meinem innersten Kern gibt es einen Raum, der Gott gehört. Wenn ich sündige, wenn ich schuldig werde, wird dieser Raum Gottes kleiner. Lebe ich immer so weiter, verringert sich dieser Raum immer mehr, bis ich nach einer gewissen Zeit Gottes Gegenwart überhaupt nicht mehr spüre. Dann kann Gott mir nicht mehr Wegweiser sein und mir bei meinen Entscheidungen eine gute Richtung weisen. Ich gebe ihm ja keinen Raum mehr.

Im Nachdenken über mich selbst kann ich meine Gedanken und mein Handeln mit Blick auf den Platz, den Gott in meinem Innersten einnimmt, überprüfen. Wie der „verlorene Sohn“ im Lukasevangelium kann ich mich entscheiden, etwas zu verändern. Ich kann heimkehren.

In der Beichte geht es nun darum, den Raum in mir, der eigentlich Gott gehört, an ihn zurückzugeben. Dann kann Gott wieder neu in meinem Leben wirken, mir Wegweiser sein.

Sakramente sind Zeichen der Nähe Gottes. Im Sakrament der Versöhnung kann ich Gottes Nähe im Zuspruch der Vergebung erfahren. Diese Möglichkeit möchten wir den Kindern in der Erstkommunionvorbereitung eröffnen. Wir feiern mit ihnen ein „Fest der Versöhnung“, zu dem Besinnung, Möglichkeit zur Beichte, Spiel und gemeinsames Essen gehören.

Renate Schmidt

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